Teilprojekt Inbetriebsetzung: Mehr als 300 Züge fahren täglich durch den Gotthard-Basistunnel. Da müssen alle technischen Anlagen perfekt funktionieren.

Die Inbetriebsetzung war die entscheidende Stufe vor der Aufnahme des eigentlichen Betriebes. Sie diente nicht nur der Prüfung, ob im Notfall auch alles so laufen würde, wie in den Notfallszenarien vorgesehen, sondern auch im sogenannten Normalbetrieb mussten alle Funktionen gewährleistet sein.

Teilprojekt Fluchtwegsignalisation: Sicherheit für jeden Passagier in jedem Fall

Zwei Multifunktionsstellen gibt es im längsten, 57 km langen, Eisenbahntunnel der Welt: Sedrun und Faido – je auch Nothaltestelle genannt, sind auf der zweispurigen Strecke zwischen Erstfeld und Bodio so eingerichtet, dass die Zugpassagiere sich in jedem Fall in Sicherheit bringen können. Und dazu hat die ehemalige ABAG einen entscheidenden Beitrag geleistet.

Teilprojekt Bauprovisorium: Ohne Strom kann im Tunnel nicht gebaut werden. Die heutige Kummler+Matter EVT war vom ersten Meter an dabei.

Sind die ersten Meter eines Tunnels ausgebrochen, folgten die Installateure auf dem Fuss. Das Team Bauprovisorium machte sich ans Werk, um den Tunnel mit Energie zu versorgen.

Bis zu 40 Mann sorgten für Licht, Lüftung und Kühlung und Strom für Maschinen. Rund 50 Mio. Franken flossen allein in die Installationen des Bauprovisoriums.

Teilprojekt Doppelboden: Für den Ausbau der Querschläge entwickelte die ehemalige ABAG ein eigenes System

Insgesamt 178 Querschläge verbinden im Gotthard-Basistunnel die Ost- mit der Weströhre. Sie enthalten einen Grossteil der elektrotechnischen Anlagen. 174 Querschläge wurden mit einem Doppelbodensystem ausgerüstet. Das System musste dem rauen Klima mit grossen Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit, dem Kupfer- und Eisenstaub, der durch Abrieb entsteht, trotzen. 

Teilprojekt MFF: Das Multifunktionsfahrzeug zieht Kabel ein und dient dem Materialtransport

Die Anforderungen an die Logistik beim Bau des Gotthard-Basistunnels waren vor allem für die Bahntechniker hoch. Für die damalige ABAG war damals schnell klar, dass der Einzug der Streckenkabel in die seitlichen Bankette nur mit einem eigens konstruierten Fahrzeug zu bewältigen war.

Zusammen mit dem deutschen Unternehmen Scheuerle wurden zwei Multifunktionsfahrzeuge entwickelt und gebaut, die neben dem Kabeleinzug auch dem Materialtransport dienen.

Teilprojekt Bahntechnikgebäude: Von Bodio und Amsteg aus wird der Tunnel mit Strom versorgt – auch im Notfall

Bahntechnikgebäude sind Energiezentralen, die der Versorgung aller Anlagen im Tunnel dienen. Sie wurden mit einer Normal- und einer Ersatzstromanlage ausgerüstet, die je ein Mittel- und ein Niederspannungsnetz umfassen. Zwei der Ersatzanlagen, ausgerüstet mit Generatoren, stehen beim Südportal in Bodio und beim Nordportal in Amsteg. Die primäre Stromversorgung – 50 Hz – erfolgt über Einspeisestellen in Bodio, Faido, Sedrun, Amsteg und Erstfeld.

Teilprojekt Periscopio: Das Betriebsgebäude der SBB am Südportal dient der Überwachung des Bahnverkehrs auf der Gotthardstrecke

  • ABAG: Periscopio, die SBB-Betriebsleitzentrale in Pollegio

    Die Betriebsleitzentrale der SBB am Südportal des Gotthard-Basistunnels leitet künftig den Eisenbahnverkehr im Gotthard- und im Ceneritunnel.

    Die neue Betriebszentrale der SBB steht in Pollegio beim Südportal des Gotthard-Basistunnels. Das CEP (Centrale d’esercizio di Pollegio) ist eine der vier Betriebszentralen der SBB in der Schweiz. Die heutige Kummler+Matter EVT installierte die gesamten elektrischen Zuleitungen. Das in Berlin tätige Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez Architekten zeichnet für den markanten Entwurf verantwortlich.